Feb 18

BauWohnberatungsmitbegründer Michael Andritzky im Alter von 77 Jahren verstorben

Über 100 Gäste aus ganz Deutschland kamen am 09. Februar nach Karlsruhe zu seiner Gedächtnisfeier

Am 25. Dezember 2017 verstarb im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit der ehemalige Generalsekretär des Deutschen Werkbunds und Mitbegründer der BauWohnberatung Karlsruhe Michael Andritzky. Auf seinen persönlichen Wunsch hin wurde für ihn am 09. Februar in den Räumen des International Department in Karlsruhe eine Gedächtnisfeier veranstaltet, zu der Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist waren und mit persönlichen Beiträgen über Ihre Berührungen mit Michael Andritzkys Person und Wirken berichteten.

Der engagierte Soziologe, Journalist, Ausstellungs- und Filmemacher prägte wie kaum ein zweiter die Arbeit des Deutschen Werkbunds über fast 50 Jahre, aus der 1997 schließlich auch die BauWohnberatung Karlsruhe entstand.

Nach dem Studium der Sozialwissenschaften war Michael Andritzky von 1971-1983 Generalsekretär des Deutschen Werkbunds e.V. in Darmstadt; eine aktive und fruchtbare Zeit, geprägt von zahlreichen Veranstaltungen, Publikationen, Ausstellungen und Filmen.

Von 1987-2012 war Andritzky dann ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Deutschen Werkbunds Baden-Württemberg. Neben legendären Jahrestagungen, wie „Mutmaßungen über die Zukunft. Orientierung ins nächste Jahrtausend“, Schwetzingen 1997 und dem Werkbundtag 2000 in Karlsruhe „Von Menschen und Dingen. Eine wissenschaftliche Revue“, initiierte er von 1992-2001 monatliche jour-fixe zu unterschiedlichen Themen sowie Ausstellungen mit überregionaler Ausstrahlung wie „OIKOS von der Feuerstelle zur Mikowelle“ 1992-93, „Wieviel Wärme braucht der Mensch?“ 1995 und „baumstark. Wald-Holz-Kultur“ 2001.

Aber auch außerhalb seiner Werkbundarbeit erprobte Michael Andritzky mit großer Überzeugungskraft und Leidenschaft interdisziplinäre Arbeitsformen der Kulturvermittlung und entwickelte Formate für Ausstellungen – z.B. “Das Netz” für die Post- und Telekommunikationsmuseen in Frankfurt und Berlin, drehte zahlreiche Filme, veröffentlichte bzw. organisierte Dutzende Publikationen, Tagungen und Kongresse im Grenzbereich zwischen Hoch- und Alltagskultur.

1997 erfolgte schließlich auf seine Idee und Initiative hin die Einrichtung der BauWohnberatung Karlsruhe als Ausgründung des Werkbunds Baden-Württemberg, deren Projekte er über viele Jahre mit großem Engagement begleitete und mit Veranstaltungen und Büchern wie z.B. „Neues Wohnen fürs Alter. Was geht und wie es geht“ unterstützte.

Nicht zuletzt engagierte sich Andritzky aber nicht nur wissenschaftlich und publizistisch, sondern auch persönlich für zahlreiche Wohnprojektinitiativen und gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte – bis hin zur Gewährung von privaten Darlehen und startete selbst mit mehreren Mitstreitern entsprechende Wohn-, Ferien- und Kulturinitiativen in der Südpfalz und in Südfrankreich.

Michael Andritzkys Tod ist ein großer Verlust für die BauWohnberatung – wir werden ihm in Dankbarkeit, Freundschaft und Anerkennung zugeneigt bleiben und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Das BauWohnberatungsteam