Haben Sie ein eigenes Anliegen, suchen Gleichgesinnte für ein Wohnprojekt oder haben einen Vorschlag für ein solches, starten Sie doch gleich Ihre eigene Diskussion! Es geht ganz einfach...
Studien belegen hohe positive Effekte von Neuen Wohnformen
  • Neue Wohnformen entlasten Sozialkassen

    Was wir schon immer behauptet haben, belegt nun eine aktuelle noch nicht veröffentlichte Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW):

    Neue Wohnformen für Senioren können 30% geringere Pflege- und Betreuungskosten verzeichnen gegenüber herkömmlichen Wohnformen! Und das nicht - wie man annehmen könnte - wegen gegenseitiger freiwilliger Hilfeleistungen, sondern vor allem, weil in solchen Projekten ein "aktiveres Leben" möglich ist, was zur allgemeinen Gesunderhaltung ganz entscheidend beiträgt. Untersucht wurden drei gemeinschaftliche Wohnprojekte in Bielefeld, Bremen und Wipperfürth und verglichen mit einer Referenzgruppe herkömmlicher Wohnungen.

    Bleibt nur zu hoffen, dass Politik und Wohnungswirtschaft sich solchen Erkenntnissen gegenüber öffnen. Eigentlich wird von dieser Seite doch auf kostenrelevante Fakten wesentlich eher reagiert als auf alle sonstigen - und im Übrigen nicht weniger guten - Argumente für unsere Themen!

    Nachzulesen ist der Artikel in der Ausgabe Nr. 28 der "Wirtschaftswoche" vom 12.07.2010 oder downloaden unter "Links, Medienbeiträge Presse allgemein", den Hinweis gab uns Claudia Ollenhauer-Ries, vielen Dank ihr an dieser Stelle.

  • Nun liegt auch die Zusammenfassung der ZEW-Studie vor:

    Der Titel: Social Return on Investment of Mutual Support Based Housing Projects: Potential for Socio-Economic Cost Savings and Higher Living Quality

    Sarah Borgloh and Peter Westerheide. Centre for European Economic Research (ZEW), Mannheim May 2010 Hier ein Textauszug in deutscher Sprache, das Diskussion Paper gibt es als download unter: http://www.zew.de/de/publikationen/publikation.php3?action=detail&nr=5204 bzw. in ZEW News unter:http://www.zew.de/de/publikationen/zewnews.php3

    Abstract Das Wichtigste in Kürze

    "Der mit dem demographischen Wandel wachsende Anteil älterer Menschen in vielen Industrieländern wird zu steigenden Kosten für die professionelle Unterstützung und Pflege hilfebedürftiger Älterer führen. Um die daraus resultierenden finanziellen Belastungen für das soziale Sicherungssystem zu begrenzen, sind Reformen notwendig. Einen möglichen Beitrag könnten neue Formen des Wohnens im Alter leisten, in denen unentgeltliche gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe gefördert wird. Wenn sich damit der Bedarf an professioneller Hilfe verringert, dann könnten die sozialen Kosten für Unterstützungs- und Pflegeleistungen gesenkt werden. Unser Beitrag beschreibt die Ergebnisse einer Social Return on Investment (SROI)-Analyse von vier alternativen Wohnprojekten in Deutschland. Diese Projekte fördern die gegenseitige nachbarschaftliche Unterstützung und gemeinsame Aktivitäten, u.a. durch Besonderheiten ihrer baulichen Infrastruktur (Barrierefreiheit, Gemeinschaftsräume, Kontaktflächen), und den flankierenden Einsatz von Sozialarbeitern.

    Unsere Studie basiert auf einer Befragung der Bewohner dieser Wohnprojekte und wird durch eine betriebswirtschaftliche Analyse ergänzt. Diese Vorgehensweise liefert sowohl Daten zur Ausprägung und Deckung des Unterstützungsbedarfs der Bewohner und zum Zusammenleben in den Modellprojekten als auch Informationen über die Kosten und Erträge der Projekte. Um die Auswirkungen der Projekte zu analysieren, nehmen wir einen Vergleich der Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe vor. Diese besteht aus Individuen, die in herkömmlichen Wohnformen (Altersheim, betreutes Wohnen, eigener Haushalt) leben. Wir verwenden die Methodik des Propensity Score-Matchings, um Unterschiede in Bedarf und Erbringung von Unterstützungsleistungen sowie Kostenunterschiede zwischen diesen beiden Gruppen zu ermitteln.

    Unsere Ergebnisse deuten auf substanzielle sozioökonomische Kostensenkungspotenziale in den Modellprojekten hin. Die Unterstützungskosten für ältere Bewohner sind signifikant niedriger als in herkömmlichen Wohnformen, was zum Teil auf einen besseren Gesundheitszustand der Bewohner zurückgeführt werden kann. Diese Kostenunterschiede resultieren zu einem gewissen Maß aus nachbarschaftlicher Hilfe, die in den Modellprojekten explizit angeregt wird. Darüber hinaus scheinen die Bewohner der Modellprojekte ein aktiveres Leben zu führen und bewerten ihre Lebensbedingungen positiver. Da die Kosteneinsparungen derzeit im Wesentlichen den Bewohnern und den Sozialversicherungen zugute kommen, erscheint eine Kompensierung der Mehraufwendungen auf der Trägerebene angezeigt."

  • Eine Studie der Birgham Young University, Utah, weist nach, dass Einsamkeit die Gesundheit gefährdet.

    Auf der Homepage der 1A Versicherung (PKV) wird die Studie vorgestellt. Hier ein Auszug:

    "Wer Freundschaften pflegt, führt ein glücklicheres und längeres Leben.

    Wir alle sind auf der Suche nach Geborgenheit, Trost und Sicherheit. Dennoch verhindert die Schnelllebigkeit unserer modernen Gesellschaft oftmals tiefgründige Freundschaften. Es bleibt meist nur bei oberflächlichen Bekanntschaften. Eine Studie der Birgham Young University in Utah hat jetzt allerdings bewiesen, dass ein gefestigter Freundeskreis sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die Forscher analysierten dafür in ihrer Arbeit die Daten aus 148 Studien von insgesamt 300.000 Menschen. Sie betrachteten dabei den Zusammenhang zwischen dem sozialen Umfeld und dem Sterberisiko. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Lebenserwartung sozial aktiver Personen gegenüber Einzelgängern bis zu 50 Prozent höher war. Soziale Isolation stellt demzufolge ein enormes Gesundheitsrisiko dar und ist teilweise sogar schädlicher als Rauchen, Bewegungsmangel oder Fettsucht."

    Quelle: http://www.1a-krankenversicherung.org/nachrichten/20100728/9580/einsamkeit-schadet-der-gesundheit/

    Nähere Angaben zur Studie werde ich nachreichen.

  • Vielen Dank, mageuster, für Ihren Beitrag.

    Das ist ja nun mit der schlagendste Beweis dafür, dass gemeinschaftliche Wohnprojekte es verdient hätten, ein weit höheres Maß an Beachtung zu bekommen, als das bisher der Fall ist. Längeres Leben, zudem auch noch in glücklicherer und gesunderer Verfassung, sollte sowohl individuell als auch gesellschaftlich betrachtet ein ausreichendes Motiv sein, diese eher noch junge und marginale Wohn- und Lebensform mit allen Mitteln zu fördern, sie vor allem viel stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

    Zwar kann man auch in seiner Single-Wohnung versuchen, sozial aktiv zu sein und Freundschaften zu pflegen, es liegt aber auf der Hand, dass dies leichter gelingt in einer selbstgewählten guten Nachbarschaft mit Gleichgesinnten.

    Ich habe Ihren Beitrag gleich zum Anlass genommen, den Titel der Diskussion etwas zu erweitern.

  • Und gleich noch eine positive Meldung von der Forschungsfront!

    Wie eine brandneue Metastudie nachweisen konnte, erhöht ein funktionierendes Netzwerk aus Freunden und Nachbarn die Lebenserwartung deutlich.

    So haben Forscher anhand vorliegender Durchschnittsdaten u.a. berechnet, dass nur wenige Freunde zu haben genauso schädlich ist, wie ein Alkoholiker zu sein. Das Team um Julianne Holt-Lundstad geht in PLoS Medicine außerdem davon aus, dass ein Mensch, der sich um andere kümmert auch besser für sich selbst sorgt.

    Die Wissenschaftler warnen, dass heutzutage soziale Netzwerke weniger Beachtung finden. Die Menschen haben oft genug damit zu tun, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen und einen Weg zu finden, beides miteinander zu auf eine zufriedenstellende Art auszubalancieren. Fehlt diese soziale Unterstützung, beeinträchtigt das die Lebenserwartung weit mehr als Fettsucht oder mangelnde Bewegung.

    Holt-Lundstad erläutert, dass es viele Arten gibt, wie Freunde, Kollegen und Familie gut für die Gesundheit und das Wohlbefinden sein können. "Ist jemand Teil einer Gruppe und fühlt sich für andere verantwortlich, so achtet man auch besser auf sich und geht weniger Risiken ein." Für die Studie wurden Daten aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von sieben Jahren ausgewertet.

    Diejenigen, die über die stärksten sozialen Bindungen verfügten, schnitten auch bei Gesundheit und Lebenserwartung am besten ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt noch lebten,war eineinhalb mal höher als bei Menschen, die einsam lebten. Teil der Studie waren Daten von Menschen aller Altersgruppen und Familienverhältnisse. Die Ergebnisse veränderten sich auch nicht, als der ursprüngliche Gesundheitszustand berücksichtigt wurde.

    Mitautor Timothy Smith betonte gegenüber BBC, dass dieser Effekt nicht nur bei älteren Erwachsenen zu beobachten ist. Beziehungen wirken in allen Altersgruppen wie ein Schutzmantel. Auch er warnte, dass die Bequemlichkeit unserer Zeit und der technologischen Möglichkeiten zu dem Glauben verführt, dass direkte Begegnungen nicht mehr notwendig sind. "Menschen nehmen Beziehungen als gegeben an. Wir sind wie Fische, die das Wasser nicht bemerken", sagt Smith. "Die permanente Interaktion ist nicht nur psychologisch gesehen gut für uns, sie wirkt sich auch direkt auf unsere körperliche Gesundheit aus."

    Zusammengefasst: Gemeinsam statt einsam verlängert das Leben!

  • Mit Blick auf die Kostenseite werden diese Projekte ein offenes Ohr von der Regierung bekommen. Vielleicht sollte man durch eine annonyme Umfrage aber den großen Vorteil des Wohlbefindes der Bewohner erfragen und langfristig die Lebenserwartung gegenüberstellen. Ich habe leider durch häufigere Besuche in Pflegeheimen die Realität kennengelernt. Gegen Käfighaltung bei Hühnern demonstrieren Viele. Wer demonstriert gegen die unzumutbaren Bedingungen in manchen Pflegeheimen? Viele Deutsche sparen mit einer Lebensversicherung, dass sie sich teure Pflegeheime leisten können. Ich investiere in ein Wohnprojekt, dass ich nicht in teuren Pflegeheimen vegetieren muss. Habe mich spontan bei I3 angemedlet finde es einfach nur gut was Ihr macht. Gründe gerade mein wohnprojektbodensee Grüße Ralph

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